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Sprechblase

Stadtwerke Germersheim wollen Thüga-Anteile erwerben

(vom 13.08.2009)

E.ON und das kommunale Bieterkonsortium KOM9/Integra einigen sich über die wirtschaftlichen Grundzüge des Thüga-Verkaufs. Stadtwerke Germersheim GmbH am Prozess beteiligt.

Germersheim. E.ON und das kommunale Bieterkonsortium KOM9/Integra
haben sich über die wirtschaftlichen Grundzüge eines Verkaufs der Thüga
geeinigt. Der vereinbarte Barkaufpreis für die Thüga beläuft sich auf
insgesamt rund 2,9 Milliarden Euro. Die Verhandlungspartner haben sich
verständigt, dass die Thüga-Beteiligungen an der GASAG Berliner Gaswerke
AG (37 %), an der HEAG Südhessische Energie AG (40 %), an der
Stadtwerke Duisburg Aktiengesellschaft (20 %) sowie an der Stadtwerke
Karlsruhe GmbH (10 %) nicht Bestandteil der Transaktion sind.

Vorbehaltlich der Zustimmung aller erforderlichen Gremien auf beiden Seiten
sollen die finalen Kaufverträge in den kommenden Wochen unterzeichnet
werden. Die Transaktion bedarf noch der Freigabe durch das
Bundeskartellamt. Mit einem Vollzug der Transaktion wird noch in diesem
Jahr gerechnet.

Die Stadtwerke Germersheim GmbH ist Mitglied des KOM9-Konsortiums und
wird damit voraussichtlich bald Gesellschafter der Thüga sein. Dem KOM9-
Verbund gehören neben den Stadtwerken Germersheim etwa 45 weitere
Stadtwerke und regionale Versorger aus ganz Deutschland an. Gemeinsam
werden sie ca. 37,75 Prozent der Anteile an der neuen Thüga halten. Die
Stadtwerke Germersheim werden dazu voraussichtlich drei Millionen Euro
beitragen. Jeweils ca. 20,75 Prozent sollen die drei Integra-Konsorten NERGIE
AG (Nürnberg), Stadtwerke Hannover AG (Hannover) und Mainova
AG (Frankfurt) übernehmen. Zwischen dem Integra- und KOM9-Konsortium
wurde eine Aktionärsvereinbarung geschlossen.

Mit der „Rekommunalisierung" der Thüga werden sich die Kräfteverhältnisse
auf dem deutschen Energiemarkt verschieben. Als Gruppe kommunaler
Versorger wird die neue Thüga nach Vollzug der Transaktion eine
entscheidende Größe unter den Energie- und Wasserversorgern in
Deutschland sein.

Dr. Wolfram Baumgartner, Geschäftsführer der Stadtwerke, sieht in der
Beteiligung an der Thüga eine wichtige strategische Ausrichtung der
Stadtwerke. „Durch den Übergang der Thüga in die Hand der Stadtwerke
werden kommunale Strukturen der Energieversorgung gestärkt. Die
Stadtwerke können ihre Interessen im gemeinsamen Verbund besser
vertreten. Gleichzeitig steigern wir über die Thüga die Wettbewerbsfähigkeit
mittelständischer Energieversorgungsunternehmen gegenüber den
Großkonzernen".

Die Stadtwerke wollen die Selbstständigkeit des Unternehmens sichern, so
dass weiterhin Entscheidungen vor Ort getroffen werden und vor allem
Arbeitsplätze in der Region bleiben, begründete der Geschäftsführer das
Engagement der Stadtwerke. „Durch die Bündelung von Know-how und
Ressourcen können größere Projekte - zum Beispiel im Bereich der
regenerativen Energien - umgesetzt und technische Entwicklungen
vorangetrieben werden." Der Stadtwerke-Geschäftsführer erläutert weiter: „Wir
sehen in der Beteiligung an der Thüga eine langfristige Investition, die sich
eigenständig wirtschaftlich trägt."

Die Thüga AG ist eine 100 % Tochtergesellschaft der E.ON-Ruhrgas und mit
mehr als 90 Minderheitsbeteiligungen das größte Netzwerk kommunaler
Energieversorger in Deutschland. Mehrheitseigentümer sind zumeist die
jeweiligen Städte und Gemeinden. Inklusive aller Minderheitsbeteiligungen
(Thüga-Anteil über 20 %) erzielte die Thüga-Gruppe in 2008 mit insgesamt
rund 19.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von ca. EUR 16,4
Milliarden. Als Dienstleistungsplattform bietet die Thüga den beteiligten
Unternehmen Unterstützung in den Bereichen Energieeinkauf, Vertrieb,
Entwicklung neuer Produkte und technischer Projekte, zum Beispiel im
Bereich erneuerbare Energien. Ziel dabei ist es, Synergien optimal zu nutzen
und die Eigenständigkeit der beteiligten Unternehmen zu stärken.

Diese Ausrichtung wird die Thüga auch nach dem Wechsel in die Hand der
Stadtwerke und regionalen Versorger beibehalten und weiter ausbauen.
Jedes Unternehmen des KOM9-Verbundes ist in seinem Umfeld ein wichtiger
Wirtschaftsfaktor. (So erwirtschaften die Stadtwerke Germersheim jährlich
eine regionale Wertschöpfung von über 9 Millionen Euro in Form von
Investitionen, Betriebsausgaben, Löhnen, Steuern und Abgaben. Sie
beschäftigen rund 60 Mitarbeiter und sichern indirekt weitere Arbeitsplätze in
der Region durch Investitionen und Aufträge.)

Durch den Kauf der Thüga-Anteile sollen diese regionalen
Wertschöpfungsketten gefestigt und erweitert werden. Gleichzeitig können
über die Stadtwerke-Holding Thüga die Anliegen der kommunalen
Energieversorgungsunternehmen auch bundesweit und auf Augenhöhe mit
den Großkonzernen vertreten werden. Das gibt den kommunalen
Versorgungsunternehmen die Chance, zukünftig eine Führungsrolle zu
übernehmen.

Der KOM9-Verbund wird in allen Corporate Finance-relevanten Themen durch
das M&A Beratungshaus @VISORY partners und in allen rechtlichen
Belangen von Clifford Chance beraten.

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